
Um das Setup der Bikes, die die Profis im Downhill-Weltcup fahren, ranken sich zahlreiche Mythen und Gerüchte. Doch wie finden die schnellsten Fahrer der Welt die perfekten Einstellungen für ihre Federelemente? Wir waren gemeinsam mit dem Cube Global Squad, Kolja Schmitt vom Fox Factory Race Support und dem amtierenden deutschen Downhill-Meister Max Hartenstern in Finale Ligure und haben uns selbst ein Bild verschafft!
“Unfahrbar”, “viel zu straff”, “unfassbar hart”, “komplett Custom und perfekt getunt”: Denkt man an die Fahrwerke der Bikes, die die schnellsten Fahrerinnen und Fahrer im Weltcup-Zirkus bewegen, schießen einem wahrscheinlich solche Gedanken in den Kopf. Und tatsächlich sind die Setups, die beim Kampf um Hundertstelsekunden in den Rennläufen gefahren werden, in der Regel sehr, sehr straff. Es unterscheidet sich jedoch auch für gewöhnlich relativ deutlich von dem Setup, das die Profis in ihrem (im Vergleich zu normalen Fahrern trotzdem sehr schnellen) Alltag bewegen. Doch wie findet man überhaupt solch ein Grund-Setup, das als Ausgangsbasis für rennspezifische Anpassungen dient? Um das herauszufinden, sind wir gemeinsam mit dem Cube Global Squad-Teamfahrer und zweifachen deutschen Downhill-Meister Max Hartenstern und Kolja Schmitt, der sich für Fox um die optimalen Fahrwerk-Einstellungen der Pros bei den Downhill-Weltcups kümmert, für drei Tage nach Finale Ligure gereist und waren bei solch einer Test-Session hautnah dabei.



Basis-Setup: Was ist das überhaupt?
Vereinfacht ausgedrückt ist das Basis-Setup diejenige Einstellung von Federgabel und Dämpfer, die ein Teamfahrer während der Saisonvorbereitung fährt und die als Ausgangspunkt für strecken- und situationsspezifische Anpassungen fährt. Wie viele Klicks Druckstufe fährt der Fahrer? Wie schnell oder langsam ist der Rebound eingestellt? Wie hart sollte die Feder beziehungsweise der Luftdruck gewählt werden, um den idealen Sag zu erreichen? Und wie wirken sich Veränderungen an all diesen Parametern auf das Fahrverhalten des Arbeitsgeräts auf dem Trail aus?
Bei einem Setup-Camp für diese Basis-Einstellungen geht es explizit nicht darum, das schnellste Setup für einen Rennlauf zu finden. Stattdessen soll eine Grund-Einstellung gefunden werden, die der Fahrer für gewöhnlich über den Verlauf einer Saison fährt. Gleichzeitig soll der Fahrer lernen, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Fahrwerk-Einstellungen und deren Auswirkungen auf das Fahrverhalten zu lernen. Und auch für Fox als Hersteller von Federelementen, die regelmäßig ganz oben auf dem Podium der renommiertesten Rennserien der Welt landen, ist ein solches Setup-Camp ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit mit den weltbesten Fahrern. In Zeiten, in denen immer knappere Abstände über viele Platzierungen unterscheiden und Federelemente immer komplexer werden, ist ein regelmäßiger Austausch zwischen Fox und den gesponserten Teamfahrern von sehr großer Bedeutung.
Die Fahrer sollen sich in erster Linie auf das Fahren konzentrieren und müssen kein perfektes Feedback geben. Wichtig ist es jedoch, dass die Profis Situationen beschreiben können, in denen sich das Fahrwerk ihrer Meinung nach nicht optimal verhält.
Das Basis-Setup eines Fahrers verändert sich im Laufe der Zeit – egal, ob es sich dabei um einen Hobby-Fahrer oder eben mit Max Hartenstern den schnellsten Downhiller des Landes handelt. Trainingszustand, die verwendeten Federelemente und nicht zuletzt das Fahrrad wirken sich allesamt auf das optimale (Grund-)Setup aus. Seit dem Downhill-Weltcup in Mont-Sainte-Anne im August 2017 ist Max auf der 29″-Version des Cube Two15 unterwegs – außerdem ist er in der Winterpause vom Fox Float X2-Luftdämpfer auf einen DHX2 Coildämpfer gewechselt. Gleichzeitig wirkt sich auch der Trainingszustand sowohl direkt, als auch indirekt auf das Fahrwerk-Setup aus: Mehr Muskelmasse bedeutet ein höheres Fahrergewicht. Und durch den besseren Trainingszustand kann der Fahrer wiederum ein strafferes und effizienteres Setup fahren, ohne zu schnell zu ermüden. Über den Winter ist Max in seiner Fox 49 das Setup gefahren, das er bereits während der vergangenen Saison gemeinsam mit Fox erarbeitet hat. Am Heck hat er einen Fox DHX2-Coildämpfer eingebaut und dafür zunächst ein Setup gewählt, das nach seinem Empfinden gut funktioniert:
- Fox 49: 82 psi Luftdruck / 12 Klicks Low Speed-Druckstufe / 18 Klicks High Speed-Druckstufe / 10 Klicks Low Speed-Rebound
- Fox DHX2: 475 lbs-Feder / 10 Klicks Low Speed-Druckstufe / 8 Klicks High Speed-Druckstufe / 13 Klicks Low Speed-Rebound / 12 Klicks High Speed-Rebound




Erst die Arbeit, dann das Test-Vergnügen
Der erste Tag der Test-Session mit Fox soll auf dem wohl berühmtesten Trail, den Finale Ligure zu bieten hat, stattfinden: Jedes Jahr stehen tausende Fans am Streckenrand des legendären DH Uomini, der traditionell die letzte Etappe der Enduro World Series bietet. Während man auf dem ersten Teil des Trails noch die grandiose Aussicht über Meer und Berge genießen kann, geht es im unteren Teil der Strecke knallhart zur Sache. Steine, Steine und noch mehr Steine warten hier auf unzähligen verschiedenen Linien. Mit einer Länge von unter 3 Minuten bietet der steinige, ruppige Trail mit vielen harten Schlägen optimale Testbedingungen. Idealerweise testet Fox auf Strecken mit einer Fahrtzeit zwischen 1:30 und 2 Minuten – andernfalls spiele die Müdigkeit des Fahrers eine zu große Rolle, erklärt Kolja vom Fox Factory Race Support. Da der DH Uomini von seiner Beschaffenheit der Strecke des Weltcup-Auftakts in Losinj sowie dem darauf folgenden Stopp in Fort William relativ stark ähnelt und die Strecke außerdem für Max komplett neu und unbekannt ist, ist sie das optimale Gelände für den ersten Testtag.
Bevor die Testerei auf dem Trail losgeht werden jedoch zunächst alle relevanten Parameter erfasst und akribisch notiert. Neben den aktuellen und oben beschriebenen Einstellungen, die Max während des vergangenen Winters gefahren ist, zählen das Fahrergewicht und die Körpergröße, der Rahmen und dessen Größe, die montierten Reifen und deren Luftdrücke und etwaige Schutzsysteme wie beispielsweise das Schwalbe Procore-System, das sich im Inneren der Magic Mary-Reifen am Cube Two15 befindet. Alle relevanten Daten werden akribisch erfasst und dürfen sich – abgesehen von den Fahrwerk-Einstellungen – im Lauf der mehrtägigen Test-Session nicht verändern. Deshalb wird beispielsweise auch immer wieder der Luftdruck in den Reifen gecheckt. Selbst die Einbauhöhe der Fox 49-Federgabel wird auf den Millimeter genau überprüft. Mit im Gepäck hat Kolja von Fox außerdem die Federgabel, auf der Max die Bronze-Medaille bei der Weltmeisterschaft in Australien eingefahren hat. Auch alle Einstellungen dieser Gabel werden von Kolja notiert, ohne dass diese im Dialog mit Max eine große Rolle spielen. Aber: Je mehr Daten Kolja und seine Kollegen von Fox mit und über die Fahrer und deren Fahrwerke sammeln, desto genauer und besser funktioniert die Zusammenarbeit – und desto besser sind die Rennergebnisse.






Die ersten beiden Abfahrten fährt Max mit dem Setup, an das er sich über die kalten Wintermonate gewöhnt hat. Hier geht es vor allem darum, sich mit der überaus anspruchsvollen Strecke vertraut zu machen und die Grundgeschwindigkeit aufzubauen. Gemeinsam mit ihm ist sein Team-Manager und Wahl-Innsbrucker Andi Nitsche unterwegs, der lieber die reguläre 27,5″-Version des Cube Two15 fährt. Auch Andis Standard-Setup hat Kolja zu Beginn der Test-Session erfasst und wird es gemeinsam mit ihm im Lauf der nächsten Tage optimieren.
Nach den beiden Aufwärm-Abfahrten folgt das, was eigentlich jeder Mountainbiker vor der ersten Ausfahrt auf dem frisch erworbenen Fahrrad machen sollte: der Sag an der Federgabel und am Dämpfer wird überprüft. Für die Federgabel empfiehlt Fox einen Negativfederweg von 15 bis 20 %, am Heck sollen es genau 30 % sein. Zunächst wird der Sag am Heck überprüft, dann an der Federgabel – und nicht umgekehrt. Der Grund: Beide Federelemente beeinflussen sich gegenseitig und wirken sich damit auf die Balance des Rades aus. Mit der 475 lbs-Feder, die Max während des Winters gefahren ist, liegt der Sag am Heck knapp unter den empfohlenen 30 %. Deshalb wird kurzerhand eine etwas weichere 450 lbs-Feder eingebaut – nun stimmt der Sag hinten perfekt. Anschließend wird der Negativfederweg an der Fox 49-Federgabel überprüft. Für die nächsten Test-Abfahrten reduziert Kolja den Luftdruck in der Federgabel von 82 psi auf 80 psi – eine auf den ersten Blick minimale Änderung, die sich aber durchaus auf das Fahrverhalten auswirkt. In der Fox 49, die Max seit einigen Monaten fährt, sind 7 Volumenspacer eingebaut, die für die nötige Progression sorgen und harte Durchschläge verhindern sollen. Weil die 29″-Variante der Fox-Federgabel längere Standrohre und damit auch ein größeres Volumen der Luftfeder haben, sind im Vergleich zur 650b-Version zwei Volumenspacer mehr als üblich notwendig. Folgendes Setup empfiehlt Fox in seinem Tuning Guide:
- Fox 49: 80 psi Luftdruck / 15 Klicks Low Speed-Druckstufe / 15 Klicks High Speed-Druckstufe / 4 Klicks Low Speed-Rebound
- Fox DHX2: 475 lbs-Feder / 7 bis 10 Klicks Druck- und Zugstufe
The recommended settings in this tuning guide are designed to be a starting point, in order to get you out on your first ride in as few steps as possible. As you ride and get used to your new shock, adjust your settings as needed.
Nachdem der optimale Sag vorne und hinten gefunden ist, wird anschließend das von Fox im jeweiligen Tuning Guide für den RC2-Dämpfer und der Federgabel empfohlene Basis-Setup eingestellt. In diesen Dokumenten findet man die Empfehlungen der Amerikaner für die Grund-Einstellungen der Federelemente. Diese stellen eine Ausgangsbasis dar; gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass man die zahlreichen Einstellrädchen je nach Bedarf auch verstellen soll. Dies gilt für alle Fahrer jeglicher Level, egal ob Wochenend-Genießer oder Weltcup-Profi. Letzterer hat allerdings den Luxus, diese Einstellungen direkt mit den Experten von Fox zu diskutieren und durch das Feedback gleichzeitig auch ein sehr spezifisches Wissen über die Auswirkungen der Einstellungen aufzubauen.





Profi-Fahrer = Fahrwerks-Experten?
Werden die Profis also zwangsläufig zu Fahrwerks-Experten, die den Support der Fox-Profis eigentlich gar nicht mehr brauchen? Kolja von Fox verneint das: Die Fahrer sollen sich in erster Linie auf das Fahren konzentrieren und müssen kein perfektes Feedback geben. Wichtig ist es jedoch, dass die Profis Situationen beschreiben können, in denen sich das Fahrwerk ihrer Meinung nach nicht optimal verhält. So hatte Max beispielsweise bei der Weltmeisterschaft in Australien zunächst Probleme mit dem sehr schnellen und ruppigen Waschbrett, als er fast die Kontrolle über sein Arbeitsgerät von Fox verloren hat, weil das Fahrwerk die schnell aufeinanderfolgenden Schläge nicht richtig verarbeiten konnte. Die Aufgabe von Kolja und seinen Kollegen war und ist es dann, dieses Feedback so zu übersetzen, dass man daraus sinnvolle Anpassungen für das Fahrwerk ableiten kann.
Gerade bei Weltcups kommt es oft vor, dass der Race Support von Fox beide Enden des Experten-Spektrums erlebt. Teilweise können die schnellsten Fahrerinnen und Fahrer der Welt nur grobe Angaben machen, was genau sie sich für Verbesserungen am Fahrwerk erhoffen – oder haben auf der Strecke mitbekommen, dass ein anderer Fahrer ein komplett anderes Setup fährt, was sie auch unbedingt ausprobieren wollen. Teilweise haben die Fahrer aber auch ganz konkrete Vorstellungen und Änderungswünsche. Gerade die langjährigen Profis, die seit vielen Jahren in der Weltspitze mitfahren, haben im Laufe der Zeit und im ständigen Dialog mit Fox ein riesiges Expertenwissen aufgebaut. So wünscht sich Greg Minnaar beispielsweise mitunter sogar halbe Klicks, um sein Fahrwerk noch besser auf die jeweilige Strecke anpassen zu können. Esoterik, ein perfektes Gefühl für’s Fahrrad – oder beides? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.
Mit 19 Jahren und gut einem Jahr Weltcup-Erfahrung steht Max erst am Anfang seiner Downhill-Karriere. Generell verändert er sein Setup eher selten und die Anpassungen halten sich in Grenzen. Zunächst schickt ihn Kolja mit dem absoluten Standard-Setup aus dem Fox Tuning Guide auf die nächsten Abfahrten. Mit jedem Lauf steigt die Geschwindigkeit – und gleichzeitig auch die Dauer der Dialoge zwischen Max und Kolja: Nach jedem Run gibt Max ein Feedback an Kolja, alle Veränderungen werden detailliert dokumentiert und Max wird für die nächste Abfahrt nach oben geshuttelt. Notiert werden die Einstellungen und Veränderungen nicht nur von Fox, sondern auch von Max’ Mechaniker Jensen. Weil das Fahrwerk am Cube Two15 nicht nur im Rahmen der offiziellen Test-Sessions mit Fox verändert, sondern stattdessen fortlaufend angepasst wird, notiert Jensen in einem kleinen Notizbuch alle Veränderungen und kann dadurch auch jederzeit auch alle Fahrwerk-Einstellungen aller Trainings- und Rennläufe der Vorjahre zugreifen.
Während die optimalen Einstellungen für Fox 49-Federgabel schnell gefunden sind, benötigt der Dämpfer etwas mehr Arbeit – kein Wunder, denn die Coil-Version ist Max bisher noch nicht im Weltcup gefahren und kann folglich auch nicht auf detaillierte Erfahrungswerte zurückblicken. Nach der vierten Abfahrt schildert Max, dass er zu wenig Kontrolle am Heck hat und sich mehr Dämpfung auf schnellen Schlägen wünscht. Intuitiv würde man in so einer Situation wohl die High Speed-Druckstufe des Dämpfers erhöhen. Weil Fox und mittlerweile auch RockShox alle Einstellungen von der komplett geschlossenen Position aus zählen, würde das einige Klicks mehr HSC bedeuten. Stattdessen dreht Kolja aber am Rebound des Dämpfers und stellt diesen mit mehr Klicks, also mit weniger Rebound-Dämpfung und dadurch einem schneller ausfedernden Heck ein. Dadurch kann sich Heck des Cube Two15 29 schneller von den Schlägen erholen und steht hinten höher im Federweg. Die Kehrseite der Medaille: Diese Einstellung kostet mehr Kraft. Oftmals herrscht bei Weltcup-Profis die Annahme, dass die Front eher straff und schnell, das Heck dafür aber eher langsam abgestimmt sein sollte. Kolja von Fox vertritt einen anderen Ansatz: Gerade im Renneinsatz sollte der Rebound am Heck so schnell eingestellt sein, dass der Fahrer sein Arbeitsgerät noch kontrollieren kann, was vor allem eine Frage der Fitness sei.



Time waits for no one
Nach insgesamt knapp 10 Abfahrten auf dem legendären DH Uomini ist der erste Testtag vorbei. Auch wenn kein Zeitmess-System installiert war und Max nicht gegen die Uhr, sondern lediglich in seinem “normalen” – also einem unfassbar schnellen – Tempo gefahren ist, spuckt Strava am Ende des Tages eine Zeit von 2 Minuten und 27 Sekunden aus. Zum Vergleich: Greg Minnaar war bei einer Test-Session vor einigen Jahren eine Sekunde schneller und die weltbesten EWS-Profis fahren eine ähnliche Zeit – nicht schlecht für Abfahrten ohne den Druck der tickenden Uhr im Hinterkopf.
Solch ein Renn-Setup ist zwar extrem schnell, für das Training – und dadurch auch als Basis-Setup – aber nicht geeignet.
Doch wie viel Aussagekraft hat eine Test-Session ohne die direkte Validierung der Ergebnisse durch eine (akkurate) Zeitmessung? Schließlich geht es in den Rennläufen auch ausschließlich gegen die Uhr. Kolja von Fox berichtet hier aus seinem langjährigen Erfahrungsschatz: Vor allem in Rennläufen fahren die Fahrer oft ein Setup, das sie im Verlauf des Rennwochenendes gemeinsam mit den Experten des Fahrwerk-Herstellers erarbeitet hätten. Insbesondere im Rennlauf, aber generell auch beim Fahren auf Zeit sind die Fahrer deutlich angespannter und haben eine viel höhere Körperspannung, sodass auch ein härteres Setup gefahren werden kann. Wenn Fahrer beispielsweise bei zwei unmittelbar aufeinander folgenden Weltcups im Training das Setup fahren, was sie kurz zuvor im Rennlauf gefahren sind, bekommt Fox fast immer das Feedback, dass das Fahrwerk viel zu straff und praktisch unfahrbar sei. Solch ein Renn-Setup ist zwar extrem schnell, für das Training – und dadurch auch als Basis-Setup – aber nicht geeignet. Vor einigen Jahren hat Fox beispielsweise diverse Journalisten eingeladen, die Bikes der Profis mit den Einstellungen des Rennlaufs in Leogang auf der Weltcup-Strecke zu fahren. Das Ergebnis: Die meisten Bikes waren viel zu straff abgestimmt, um unter normalen Bedingungen gut zu funktionieren. Diese Erfahrung machen auch immer wieder Weltcup-Profis, die mit ihrem Renn-Setup normale Trainingsabfahrten machen. Das Basis-Setup und die rennspezifischen Einstellungen sind also oft nicht miteinander zu vergleichen – vielmehr muss Fox im Verlauf eines Rennwochenendes gemeinsam mit den Fahrern das perfekte Setup erarbeiten, das bei einem drei- bis fünfminütigen Rennlauf maximal schnell, unter Nicht-Rennbedingungen aber eigentlich auch unfahrbar ist.




Am zweiten Testtag stehen Abfahrten auf Little Champery auf dem Plan. Der Name des Trails ist Programm: Mit vielen schnellen, steilen Kurven, einigen harten Kompressionen und einer steinigen und technischen Passagen schlängelt sich die Strecke über 200 Tiefenmeter ins Tal. Max kennt die Strecke von vergangenen Aufenthalten in Finale Ligure sehr gut und ist mit einer Bestzeit von knapp unter 2:30 einer der schnellsten Fahrer auf Little Champery. Entsprechend kann er hier ohne ein großes Aufwärmprogramm das gemeinsam mit Fox am Vortag erarbeitete Grund-Setup sofort bei hohen Geschwindigkeiten testen. Heute warten Kolja und Max’ Mechaniker Jensen nicht am Team-Truck auf den Cube Global Squad-Fahrer, sondern sind gemeinsam mit ihm auf den Trails unterwegs, können so kleinere Veränderungen am Fahrwerk sofort auf dem Trail vornehmen und kennen gleichzeitig den Trail mit all seinen Facetten sehr gut. Obwohl sich Little Champery von seiner Charakteristik deutlich von DH Uomini unterscheidet, funktioniert auch hier das Fahrwerk sehr gut. Auf den schnellen Kurven versackt Max nicht im Federweg. Bei harten Kompressionen und großen Sprüngen ohne richtige Landungen wird zwar der komplette Federweg freigegeben, das Cube Two15 29 schlägt aber nicht durch. Und auf der insgesamt deutlich schnelleren Strecke funktioniert der Rennbolide sehr schnell und effizient, ohne aber (zu) anstrengend für ein Grund-Setup zu sein. Der Wechsel von der 475 lbs-Feder auf eine etwas weichere 450 lbs-Feder hat sich als sinnvoll erwiesen und im Vergleich zum Vorjahr ist der Luftdruck in der Fox 49-Federgabel um 2 psi reduziert worden. Darüber hinaus unterscheidet sich das Setup im Vergleich zu dem der Vorsaison nicht allzu extrem. Damit hat Max nun für die Saison 2018 ein Grund-Setup, das als Basis für jegliche Veränderungen und Anpassungen dienen wird. Generell ist es nicht nur für Weltcup-Profis, sondern für alle Fahrer jeglicher Könnensstufen sinnvoll, sich zu Saisonbeginn ausgiebig mit seinem Fahrrad und vor allem den Federelementen auseinanderzusetzen, Unterschiede zwischen verschiedenen Einstellungen auszuprobieren und für sich persönlich ein Setup zu finden, das für den Nicht-Renneinsatz gut und effizient funktioniert, die eigenen körperlichen Voraussetzungen nicht zu sehr auf die Probe stellt und vor allem Spaß im normalen Fahrbetrieb macht. Das Setup für den dedizierten Renneinsatz sieht dann natürlich anders aus – ob die enge Zusammenarbeit mit dem Fox Factory Race Support Früchte tragen wird, werden wir bei den Downhill World Cup-Rennen in dieser Saison sehen!